ältere Person mit Gehstock

Barrierefreies Bad: Schon heute an das Alter denken

Bodengleiche Dusche, berührungsfreie Armaturen, sinnvolle Badewanneneinstiegshilfen und das höher montierte WC: Ein barrierefreies Bad sichert nicht nur behinderten Menschen den Lebenskomfort.

Vor allem im Alter werden Sie diese Vorzüge zu schätzen lernen. Sorgen Sie deswegen umsichtig vor. In diesem Beitrag finden Sie die wichtigsten Kriterien und Fördermöglichkeiten.

Inhaltsverzeichnis

    Warum ist Barrierefreiheit im Bad wichtig?

    Werden schwellenfreie und großzügig bemessene Duschkabinen heute zunehmend bei Neubauten geplant, sieht die Realität bei Bestandsimmobilien doch anders aus: Sie müssen zunächst eine hohe Schwelle überwinden, um in den Genuss einer erfrischenden Dusche zu gelangen.

    Für Menschen mit Handicap oder altersbedingten Einschränkungen ist das unmöglich oder nur unter großen Mühen durchführbar. Das Wannenbad wird zur echten Herausforderung, die nass getropften Fliesen bergen ein wahres Gesundheitsrisiko, da die Sturzgefahr steigt.

    Mit einem gezielten Umbau zum barrierefreien Bad können Sie all diese Hemmnisse ausschalten und wieder an Selbstständigkeit und Lebensqualität gewinnen – und dafür länderabhängig eine staatliche Förderung beanspruchen.

    Wie groß muss ein barrierefreies Badezimmer sein?

    Grundsätzlich kann auch ein kleines Badezimmer barrierefrei gestaltet werden. Die relevanten Vorschriften der ÖNORM B 1600:2011 sind zwar für öffentliche Sanitäreinrichtungen ausgelegt, eignen sich jedoch sehr gut als Richtwert für den privaten Bereich.

    Demzufolge ist der ausschlaggebende Punkt der Drehradius eines gängigen Rollstuhls – und das sind 1,5 m. Daraus ergibt sich ein Mindestmaß von 1,5 m x 1,5 m für die Fläche, die je Funktion wie WC oder Waschbecken zur freien Bewegung zur Verfügung stehen sollte.

    Da in Bädern jedoch gleichzeitig Waschbecken, Dusche und WC untergebracht sein und von einer Bewegungsfläche aus bedient werden können, relativiert sich der Platzbedarf.

    Kann ein kleines Bad seniorengerecht umgebaut werden?

    Es kommt auf die konkreten Voraussetzungen wie den Grundriss des Bades sowie die Verteilung und die Art der Montage der Sanitärinstallationen an, mit welchem Aufwand sich Barrierefreiheit herstellen lässt.

    Dazu zählen so wichtige Fragen wie die Unterfahrbarkeit von Waschbecken oder der leichte Zugang zur Badewanne, der sich beispielsweise mit einer passenden Badewanneneinstiegshilfe realisieren lässt. Und natürlich die Qualität des Bodens: Dieser sollte auch dann rutschfest sein, wenn er nass geworden ist.

    Rutschfeste Duschmatten und Haltegriffe erhöhen hier die Sicherheit. Es ist also weniger ein Platzproblem als eine Frage der Details, die bei einem barrierefreien Umbau zu beachten ist.

    unterfahrbarer Waschtisch

    Richtig geplant ist auch im kleinen Badezimmer ein barrierefreier Umbau möglich

    Besonders seniorenfreundlich sind außerdem Duschen mit einem ebenerdigen Einstieg. Es ist möglich, Ihre bestehende Badewanne zur Dusche umzubauen, auch in einem kleinen Badezimmer. Dabei wird die Wanne entfernt und an dieser Stelle ein neues Duschkonzept montiert. Jede alte Badewanne kann so innerhalb eines Tages zur barrierefreien Duschoase umfunktioniert werden.

    Welche Förderungen gibt es für den barrierefreien Umbau?

    Derzeit gibt es in Österreich keine bundeseinheitliche Förderung für Baumaßnahmen, die die Barrierefreiheit in Badezimmern herstellen. Die Stadt Wien fördert zum Beispiel Pflegegeldbezieher ab der Stufe 3 und Menschen mit Behindertenausweis.

    Nehmen diese für den behindertengerechten Umbau einen Kredit mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf, kann dieser mit einem Zuschuss von zehn Prozent pro Jahr gefördert werden. Bei einer Kreditlaufzeit von 15 Jahren reduziert sich die jährliche Förderung auf maximal sechs Prozent. Sollten Sie jedoch die Umbaumaßnahmen zu 25 Prozent aus eigenen Mitteln finanzieren, kann der Zuschuss sogar 75 Prozent der förderfähigen Kosten betragen.

    Die Steiermärkische Landesregierung geht anders vor: Grundsätzliche Voraussetzung ist ein anerkannter Aufwand zwischen 3.000 und 30.000 Euro je Wohneinheit. Dafür können Sie 15 Prozent einmalig in Anspruch nehmen.

    Darüber hinaus gewährt das Land nicht rückzahlbare Zuschüsse, die sich zum Beispiel bei einem Kredit über 14 Jahre auf 30 Prozent belaufen, aber halbjährlich ausgezahlt werden. Grundlage ist in jedem Fall eine Beratung zur barrierefreien und altersgerechten Sanierung, die sich auch auf die Einhaltung der relevanten Bauvorschriften bezieht.

    Im Bereich Sanitär bedeutet das zum Beispiel, dass Duschen bodeneben gestaltet sind, die Wanne über eine Badewanneneinstiegshilfe verfügt und der Waschtisch unterfahrbar montiert ist.

    Förderfähigkeit und Voraussetzungen am jeweiligen Wohnort prüfen

    Unter dem Strich heißt das: Interessieren Sie sich für einen barrierefreien Umbau Ihrer Wohnung, gibt das für die Wohnbau-Förderung zuständige Amt Ihrer Landesregierung den Rahmen vor – eine Übersicht finden Sie auf auf der Website oesterreich.gv.at unter „Bauen, Umwelt und Wohnen“.

    Als sinnvoll und in einigen Fällen auch obligatorisch erweist sich eine Beratung durch kompetente Ansprechpartner. So stellen Sie einerseits sicher, dass Sie alle Umbaumöglichkeiten ausschöpfen. Andererseits wahren Sie sich den Anspruch auf die staatliche Förderung, die Ihren persönlichen Aufwand drastisch reduzieren kann. Schließlich sollen Sie komfortabel leben können – und das in jeder Frage.

    Sie sind interessiert am barrierefreien Umbaus Ihres Badezimmers, wissen aber nicht, ob ihr Badezimmer groß genug ist oder haben noch andere Fragen? Gerne bieten wir Ihnen kostenlos und unverbindlich die Möglichkeit einer persönlichen Begutachtung der örtlichen Gegebenheiten sowie kompetente Beratung durch einen unserer Fachmitarbeiter in ihren eigenen vier Wänden an. Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular und vereinbaren Sie einen Termin.

    Weiterführende Links:
    Badewanne mit Türe und Dusche
    Stürze von Senioren im Bad verhindern


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